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erstellt am:
10.07.2026
Osterode/Lasfelde. Mit großem Interesse verfolgten zahlreiche Akteure aus dem ländlichen Raum am 9. Juli 2026 die Informationsveranstaltung zur Flurbereinigung Osterode in Lasfelde. Eingeladen hatte der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft Osterode unter Mitwirkung des Amtes für regionale Landesentwicklung Braunschweig (ArL) als zuständige Flurbereinigungsbehörde. Die Veranstaltung bot den Teilnehmenden die Gelegenheit, sich mit den Mitgliedern des Vorstandes sowie des ArL auszutauschen und Fragen zu einzelnen Maßnahmen zu stellen.
„Uns war es ein besonderes Anliegen, die Ergebnisse der Flurbereinigung den örtlichen Akteuren persönlich vorzustellen, denn viele der heute Anwesenden haben durch ihr Engagement und ihre Unterstützung dazu beigetragen, dass dieses Verfahren ein Erfolg werden konnte.“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Flurbereinigung, Hartmut Danne, zu Beginn der Veranstaltung. “Zusammen mit der Flurbereinigungsbehörde konnte viel Positives bewirkt werden – für die Landwirtschaft, für die Natur und für unsere einzigartige Landschaft.“
„Die moderne Flurbereinigung bietet ländlichen Räumen nicht nur agrarstrukturelle Vorteile, sondern auch die Landschaft profitiert von den zahlreichen Maßnahmen für den Gewässer-, Boden- und Artenschutz. In der Flurbereinigung Osterode wurde durch ein ausgewogenes Maßnahmenkonzept der landwirtschaftlich genutzte Raum ökonomisch gestärkt und gleichzeitig ökologisch leistungsfähiger – das ist ein Gewinn für Landwirtschaft und Naturschutz“, betonte Carola Dießel, Leiterin der Flurbereinigungsbehörde Göttingen.
Optimierte Ackerflächen, neue Wege, besserer Naturschutz
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die vielfältigen Maßnahmen, die im Rahmen der Flurbereinigung auf dem etwa 1800 ha großen Verfahrensgebiet in den vergangenen Jahren umgesetzt wurden. Die Gäste erhielten an verschiedenen Stationen detaillierte Einblicke in die Ergebnisse des Verfahrens – von der Neuordnung der Flächen der 430 Beteiligten, dem Ausbau von rund 16 Kilometern Wegen bis hin zur Schaffung neuer Landschaftselemente wie Feldhecken, Wildäckern und Obstbaumreihen.
Biotopvernetzung zur Förderung der Biodiversität
Ein wichtiges Anliegen der Flurbereinigungsbehörde und des Flurbereinigungsvorstandes war die gezielte ökologische Aufwertung des Naturraums, insbesondere durch die Förderung und Entwicklung der Biotopvernetzung. Diese Maßnahme verbindet bisher isolierte Lebensräume miteinander und sichert so die Artenvielfalt in der landwirtschaftlich geprägten Kulturlandschaft langfristig. So konnten im Raum Osterode diverse Blüh- und Schutzstreifen ausgewiesen werden, die die zum Teil stark fragmentierten Lebensräume vernetzen. Dadurch entstand z.B. ein grüner Wildkorridor zwischen dem Ührder Berg und Feldbrunnen sowie dem Langenberg bzw. zum Naturschutzgebiet „Gipskarstlandschaft bei Ührde“. Bei der Ausweisung der Schutzflächen lag ein besonderer Fokus auf der Entwicklung von artenreichem Offenland im Gipskarst, das unter anderem als Lebensraum für Rebhühner von großer Bedeutung ist.
Wie geht es weiter?
Für die Flurbereinigung Osterode wird aktuell der Flurbereinigungsplan aufgestellt, in dem alle Ergebnisse des Verfahrens zusammengefasst werden – von der Wertermittlung über den Wege- und Gewässerplan bis zur Flächenneuzuteilung. Das ArL Braunschweig plant, die Ergebnisse zum Jahreswechsel öffentlich bekanntzumachen.
Das Flurbereinigungsverfahren Osterode in Zahlen:
| Größe des Verfahrensgebietes | 1.794 ha |
| Beteiligte | 430 |
| Einleitung des Verfahrens | 2015 |
| Plangenehmigung des Wege- und Gewässerplans | 2018 |
| Vorläufige Besitzeinweisung | 2021 |
| Vorlage Flurbereinigungsplan | 2027 |
| Schlussfeststellung | 2031 |
Hintergrundinformationen zur Flurbereinigung:
Die Hauptaufgabe der Flurbereinigung ist die Bodenordnung, um divergierende Nutzungsansprüche an den Grund und Boden zu entflechten, bedarfsgerechte Grundstücke auszuweisen und landeskulturelle Nachteile zu beheben. Daneben haben Flurbereinigungen den gesellschaftlichen und umweltpolitischen Auftrag, einen Beitrag zur nachhaltigen, klimaresilienten Landentwicklung zu leisten. Darunter fallen auch Maßnahmen zur Verbesserung des Natur- und Klimaschutzes in der Region, insbesondere des Gewässer- und Bodenschutzes sowie der Biotop- und Artenvielfalt. Damit ist die Flurbereinigung ein Instrument zur nachhaltigen Regional- und Landentwicklung und unterstützt die Umsetzung des sogenannten Niedersächsischen Weges.