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Ambulante Pflege im ländlichen Raum langfristig sicherstellen

Neues Förderprogramm bietet Chanchen für innovative Lösungen


 
v.l. Dagmar Knuth, Koordinatorin Netzwerk Ambulanter Dienste e.V.; Eileen Schuldt, Projektbüro Südniedersachsen; Dagmar Kosinski, Geschäftsführerin Paritätischer Verein Heidekreis e.V.; Dr. Björn Sellemann, Uni.-Med. Göttingen; Birgit Wolff, MS.

Ambulante Pflegedienste sind das Rückgrat der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum. Die Nachfrage nach häuslichen Pflegeleistungen ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Denn Menschen wollen heute den Lebensabend zuhause verbringen. Ambulante Pflegedienste sind gefragt wie noch nie. Kehrseite ist, dass der Fachkräftemangel insbesondere im ländlichen Raum spürbar wird.

Um diese Fragen miteinander zu diskutieren, lud das Südniedersachsenbüro gemeinsam mit den Gesundheitsregionen Göttingen, Goslar und Holzminden am Dienstag, den 15.11.2016 zu einem Treffen ein. An die 50 Vertreter von Pflegediensten waren nach Northeim gekommen. „In Südniedersachsen stehen die Zeichen eindeutig auf Kooperation. Gemeinsam wollen wir die Prozesse auch im Bereich der Pflegeversorgung weiter voranbringen“, so der Landesbeauftragte der Region Braunschweig, Matthias Wunderling-Weilbier.

Im Zentrum der Diskussionsveranstaltung standen die Fördermöglichkeiten des neuen Programms „Stärkung der ambulanten Pflege im ländlichen Raum“. Birgit Wolff vom Sozialministerium stellte die sehr guten Fördermöglichkeiten des Programmes zusammen mit praktischen Projektbeispielen vor.

IT-gestützte Dokumentation kann sowohl Pflege- als auch Vernetzungsprozesse deutlich erleichtern und damit Pflegekräfte entlasten. Das veranschaulichte Dr. Björn Sellemann vom Institut für Medizinische Informatik der Universitätsmedizin Göttingen. Dagmar Kosinski vom Paritätischen Verein Heidekreis e.V. zeigte, dass durch die Einführung von Fachlaufbahnen die Mitarbeiterzufriedenheit sowie die Qualität der Versorgung deutlich verbessert werden können.

Alle Anwesenden waren sich einig: Großes Potential liegt in einer stärkeren Kooperation zwischen den ambulanten Diensten. Aber auch die Zusammenarbeit mit Krankenhäusern, Gesundheitsanbietern oder Apotheken ist ausbaufähig. Dagmar Knuth vom Netzwerk Ambulanter Dienste e.V. berichtete von ihren Erfahrungen im Landkreis Minden-Lübbecke. Und wo stehen wir in Südniedersachsen? Hier gibt es sicherlich noch Handlungsbedarf. Karsten Stiemerling, Vorstandsmitglied der Gesundheitsregion Göttingen, wies aber auch darauf hin, dass sich innerhalb der Gesundheitsregionen die regionalen Gesundheitsakteure bereits intensiv vernetzen. Auf diese Struktur können Kooperationsprojekte im neuen Programm „Stärkung der ambulanten Pflege im ländlichen Raum“ zügig aufbauen. Das Projektbüro Südniedersachsen und die Gesundheitsregionen unterstützen hierbei gerne.



 
Herr Landesbeauftragter Wunderling-Weilbier im Austausch mit Frau Wolf (Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung) über das neue Förderprogramm.

Informationen zum Projektbüro Südniedersachsen:

Zur Umsetzung des Südniedersachsenprogramms wurde ein „Projektbüro Südniedersachsen“ eingerichtet. Hier arbeiten Mitarbeiterinnen und Mitar-beiter aus den Landkreisen Göttingen, Goslar, Holzminden, Northeim und Osterode am Harz sowie der Stadt Göttingen und des Landes zusammen, um die Region zu unterstützen. Das Projektbüro hat die Funktion einer regionalen Entwicklungsagentur mit folgenden Aufgaben: Anregen, auf-greifen und gemeinsames Weiterentwickeln von konkreten Projekten und Projektanträgen aus der Region. Dabei geht es insbesondere um regional besonders bedeutsame und kreisübergreifende Projekte, die entspre-chende Entwicklungsimpulse setzen.

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