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Flurbereinigung Vogelmoor – Maßnahmen für Natur- und Klimaschutz vorgestellt

ArL Braunschweig informiert auf Bürgerversammlung zum aktuellen Stand


Barwedel. Im Flurbereinigungsgebiet Vogelmoor nordwestlich von Barwedel kommen die Arbeiten zur Wiedervernässung und ökologischen Aufwertung des Moores planmäßig voran. In diesem Jahr startet der wichtigste Bauabschnitt des Projekts. Das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Braunschweig, die Teilnehmergemeinschaft der Flurbereinigung Vogelmoor und die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Gifhorn haben am 23. April 2026 bei einer Bürgerversammlung über den aktuellen Stand und die nächsten Schritte informiert.

Flurbereinigung für Natur und Landwirtschaft

Seit 2017 führt das ArL Braunschweig im Vogelmoor und benachbarten Flächen im Landkreis Gifhorn auf insgesamt 598 Hektar eine Flurbereinigung durch. Ziel des Verfahrens ist es, die Eigentumsverhältnisse neu zu ordnen, damit unter anderem die Wasserrückhaltung im Moorgebiet ermöglicht wird. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Erneuerung und dem Ausbau des ländlichen Wegenetzes außerhalb des Naturschutzgebiets Vogelmoor. Dabei werden auch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zum Schutz von Natur und Umwelt umgesetzt.

Wiedervernässung des Vogelmoors

Das Vogelmoor steht zum Großteil bereits seit 1973 unter Naturschutz und ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000. Das Moor verdankt seine Entstehung der besonderen Lage in einer flach geneigten Hangmulde mit einem oberflächennahen, zum Teil in Quellen austretendem Grundwasserstrom. Es wurde zu einem einzigartigen Lebensraum mit Feuchtwiesen, Sümpfen, Hochmoorflächen und alten Torfstichgewässern. Die geplanten Maßnahmen zur Renaturierung unterstützen die Ziele des Naturschutzes und helfen, diese wertvolle Landschaft zu erhalten. Denn die Wiedervernässung des Moores wird die Artenvielfalt stärken und zudem einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten: Intakte Moore speichern große Mengen Kohlenstoff und sind damit besonders wertvoll für den Klimaschutz – sie können bis zu sechsmal mehr Kohlenstoff binden als gleichgroße Wälder.

Nächste Schritte: Umsetzung der Maßnahmen

Die Genehmigung für die Baumaßnahmen zur Wiedervernässung liegt seit Ende 2021 vor. Die davon betroffenen Flächen stehen durch Ankäufe und Flurneuordnung zur Verfügung. In Kürze beginnen die konkreten Vorbereitungen für die Umsetzung der beschlossenen Moormaßnahmen. Ziel ist es, die Arbeiten möglichst naturschonend und unter Berücksichtigung der Brut- und Vegetationszeiten durchzuführen.

Ein Teil der notwendigen Fäll- und Freistellungsarbeiten entlang der Wege und Gräben wurde bereits 2025 durchgeführt, um den Zugang für die Baumaschinen zu ermöglichen. In diesem Jahr werden die alten Entwässerungsgräben, die noch aus dem 19. Jahrhundert stammen und früher dem Torfabbau dienten, gezielt verfüllt. Dadurch wird der Wasserabfluss verlangsamt und das Moor kann sich wieder mit Wasser füllen – ein wichtiger Schritt für die dauerhafte Wiedervernässung.

Alle Arbeiten werden in enger Abstimmung mit den beteiligten Behörden, der Gemeinde Barwedel und dem Vorstand der Teilnehmergemeinschaft durchgeführt. Die Finanzierung erfolgt über EU-Mittel zur Entwicklung ländlicher Räume und der biologischen Vielfalt unter Beteiligung des Landes Niedersachsen und des Landkreises Gifhorn.

Im Vogelmoor geht die Wiedervernässung voran.   Bildrechte: ArL Braunschweig
Noch wachsen viele Kiefern und Birken im Moor. Sie entziehen dem Boden viel Wasser und verdrängen typische Moorpflanzen.
Im Vogelmoor geht die Wiedervernässung voran.   Bildrechte: ArL Braunschweig
Die alten Entwässerungsgräben im Vogelmoor werden geschlossen, damit das Moor wieder mehr Wasser speichern kann und sich die Natur erholen kann.

Artikel-Informationen

erstellt am:
24.04.2026

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